„Ich bin nicht fotogen“ – warum dieser Satz nie die Wahrheit ist
Fast jede Frau, die zu mir ins Vorgespräch kommt, sagt irgendwann einen Satz, den ich inzwischen auswendig kenne: „Ich bin einfach nicht so fotogen.“ Manchmal kommt er gleich am Anfang, manchmal erst, wenn wir schon eine Weile geredet haben und Vertrauen entstanden ist. Aber er kommt fast immer.
Eine werdende Mama hat mir vor ihrem Babybauch-Shooting genau das erzählt. Sie sagte mir, sie habe die ganze Schwangerschaft über gedacht: „Ich mache kein Shooting.“ Der Grund war nicht Zeit oder Geld – der Grund war sie selbst. Sie erzählte mir:
„Ich habe einfach gedacht, man kennt ja diese Fotos von Frauen, die super
aussehen, schlank und so weiter. Und ich fand mich selber nicht so attraktiv, dass
ich dachte, das würde auf so ein Foto gehören.“
Das ist kein Gedanke, der aus dem Nichts kommt. Er entsteht aus Bildern, die wir täglich sehen – makellos, bearbeitet, unerreichbar. Und er flüstert einem ein: Du bist die Ausnahme, für die das nicht gilt.
Der Punkt, an dem die Entscheidung kippte
Was sie schließlich umgestimmt hat, war nicht das Gefühl, plötzlich schön zu sein. Es war eine andere Angst, die lauter wurde als die erste:
„Was ist, wenn es vielleicht nur eine Schwangerschaft gibt? Oder was ist, wenn ich
irgendwann sage, ich habe kein einziges Foto, wo ich wirklich zu sehen war?“
Das ist der Moment, den ich in meiner Arbeit immer wieder erlebe: Der Zweifel an sich selbst und die Angst, etwas zu bereuen, stehen sich gegenüber. Deshalb melden sich viele bei mir – nicht mit einer fertigen Entscheidung, sondern mit der Frage, welche Sorge eigentlich lauter ist. Im Gespräch finden wir das gemeinsam heraus. Und die Entscheidung, die daraus entsteht, ist dann voller Vertrauen und Vorfreude – denn sie haben sich selbst gewählt, nicht die Angst.
Was während des Shootings passiert
Sie beschrieb mir später, wie es war, als sie die ersten Bilder sah:
„Jedes Mal, wenn du die Kamera umgedreht hast, habe ich geheult, sodass ich
eigentlich gar nicht die Fotos richtig sehen konnte, weil ich einfach so emotional
war.“
Und dann, ganz langsam:
„Diese Fotos zu sehen, das war am Anfang immer so ein: Oh, das ist echt eine
schöne Frau. Und dieser Moment, das zu realisieren, dass ich das bin, hat echt
eine Weile gedauert. Aber jetzt gucke ich halt auch echt stolz auf diese Bilder
zurück.“
Das ist das, was passiert, wenn jemand Ruhe, Vertrauen, Entspannung und echtes Interesse erlebt – ohne Bewertung, ohne Zeitdruck, ohne den Anspruch, „perfekt“
auszusehen.
Der innere Kritiker hat nicht recht
Ich glaube, dass fast jede Frau einen inneren Kritiker mit sich trägt, der über Jahre lauter geworden ist – durch Kommentare, durch Vergleiche, durch das, was wir online sehen. Dieser Kritiker meldet sich besonders laut in der Schwangerschaft, wenn der eigene Körper sich verändert und man sich selbst manchmal kaum wiedererkennt.
Aber dieser Kritiker hat nicht recht. Er ist nur lauter als die Wahrheit. Und die Wahrheit zeigt sich meistens erst, wenn man sich traut, den Raum dafür zu schaffen – zum Beispiel in einem Moment, der eigentlich nur für einen selbst gedacht ist.
Wenn du gerade in genau diesem Zweifel steckst: Du bist nicht unfotogen. Du wurdest nur noch nicht so gesehen, wie du wirklich bist.
Wenn du spüren möchtest, wie sich das anfühlt, lass uns in einem unverbindlichen Gespräch herausfinden, was du dir wünschst.









